Auf der Trainingsfarm, lernten wir einfach Alles. Tanken, Ölkontrolle und erste Hilfe für bei Schäden am Fahrzeug. Dazu waren alle mit dem selben Shirt gekleidet, was das Gruppengefühl noch verstärkt.
Anfänglich „Horror“ später „Home sweet Home“ für insgesamt 7 Monate
Als Pologroom werden überdurchschnittliche reiterliche Fähigkeiten und die Bereitschaft für harte Arbeit vorausgesetzt. Wer Ponyhof und nette Reitstunden möchte, ist beim Polo verkehrt.
5 starke Mädels (4 aus England), die ca. 24Std täglich miteinander verbringen und so wahre Freunde geworden sind.
Zeit für entspannte Fotos blieb kaum, da jeder groom 10-15 Pferde täglich au hohem Niveau bewegen musste! Immer mit dem Ziel, das möglichste aus dem Pferd herauszuholen.
Die schöne Landschaft bekam man beim täglichem reiten gratis dazu . D hierbei jeder Reiter mehrere Pferde zur gleichen Zeit nimmt ist absolut normal.
Das gesamte Poloteam bei meiner ersten Abschiedsfeier...Konnte ja keiner ahnen, dass ich so schnell wieder da bin!
Den Feierabend mit einer Party im freien genießen und dabei den tollen Sonnenuntergang bewundern...das ist der Traum Australien !!!
Nach einem chaotischen Start konnte der Aufenthalt in Australien losgehen!
Die Woche auf der Trainingsranch war absolut wie im Katalog beschrieben, oder sogar noch besser. Die Trainer (nett, motiviert und offen) konnte man sehr, sehr gut verstehen, sodass jede Anweisung und was zu tun bzw. zu lassen ist, jedem klar wurde. Die Gemeinschaft war zudem auch ausgesprochen gut. Durch die lockere Stimmung und die zusammen zu meisternden Aufgaben, kamen alle aus sicher heraus und man wurde endlich zu einer Gemeinschaft. Alleine unter Engländern, von da an kein Problem J mehr . Die zu bewältigen Aufgaben waren jeden Tag eine neue und harte Herausforderung. Man hat nicht nur viele nützliche Dinge für das anschließende Arbeiten auf einer Farm gelernt, sondern auch sehr, sehr viel über die eigene Persönlichkeit. Ich kann sagen, dass ich in der Woche über mich hinaus gewachsen bin. Heute weiß ich nicht mehr woher ich all die Kraft genommen habe. Eine neue Sprache, neue Menschen, ein fremdes Land, körperliche Überanstrengung, blaue Flecke, Müdigkeit, Mutproben, Risiken eingehen usw. usw... Nach dieser Woche war ich in Australien angekommen.
Ein Glücksgriff war dann auch der mir vermittelte Job. Ich hatte zuvor angegeben, dass ich gerne mit Pferden arbeiten würde und mich dann auch beim Reiten bewiesen und somit einen Job als Pologroom bekommen. Ein paar andere Teilnehmer waren jedoch nicht so glücklich ! Man hatte ihnen zwar Jobs angeboten (manchen sogar 3 verschiedene), aber anscheinend schätzen viele Menschen ihre Qualifikationen als besser ein oder haben sich auf eine Sache versteift. Mein Tipp ist hierbei, am Besten offen für alles sein ! Ich selbst habe mir zwar einen Job mit Pferden gewünscht, hätte aber auch in einer Tierauffangstation oder auf einen Rinderfarm gearbeitet. Wie meine Oma zu pflegen sagt: „Wenn man seine Erwartungen nicht zu hoch ansetzt, dann wird man auch nicht enttäuscht!“
Zu meinen Job...
Die ersten Tage waren wieder hart. Ich war angekommen im Nirgendwo ! Dort wohnte ich dann in einem (für deutschen Mittelstand, der ein schickes Einfamilienhaus gewöhnt ist) sehr gewöhnungsbedürftigem Haus. Auch die Arbeit war alles andere als mal eben ein paar Pferde reiten. Es war Arbeit...Arbeit für die man bezahlt wird und Leistung bringen muss. Und man muss sich beweisen, wie in jedem anderen Job der Welt auch ! Nach den ersten 3 Wochen der Findungsphase hatte ich mich eingelebt und eingearbeitet. Das Haus war nun doch nach einer kleinen Umgestaltung ganz gemütlich und in die tägliche Arbeit war Routine eingekehrt. Mein Chef wusste, dass ich den anfallenden Aufgaben gewachsen bin und gerne viel und fleißig arbeite und überließ mir die volle Verantwortung. Ich hatte mir Anerkennung erarbeitet ! Nach und nach kamen dann noch weitere junge Leute zum Arbeiten und ich fühlt mich richtig wohl. Ich fand Freunde fürs Leben. Das Zusammenleben war wie in einer kleinen Familie. Jedoch muss ich auch ganz klar sagen, dass ein paar von den vermittelten Backpackern sich entweder in ihrem reiterlichem Können überschätzten oder ganz einfach faul waren...Das hat mein Leben/ Arbeitstag nicht unbedingt immer einfacher gemacht!
Aus meinen Plänen ein bisschen zu arbeiten und dann zu Reisen wurde letztlich nur arbeiten und dann nach Hause. Aber nur kurz, weil mich nach ein paar Wochen die Sehnsucht so quälte, dass ich wieder nach Australien flog. Und wozu...na klar um zurück zu meiner zweiten Heimat der Polofarm zu kehren. Gerne wäre ich auch noch länger geblieben (2.Visum) oder hätte das Angebot meines Chefs (Sponsoring) angenommen. Jedoch hab ich auch an meine eigene Zukunft gedacht und werde nun in Deutschland studieren. Gereist bin ich alleine nur ca. 2 Wochen. Jedoch war ich 12 Wochen mit dem Poloteam in NSW und Queensland unterwegs und hab viel gesehen und viele, viele Freunde gewonnen. Polo ist eine Familie, in der man schwer aufgenommen wird, aber wenn es klappt dann ist es einfach ein Traum !
Im Grunde kann ich sagen, dass Real Gap mir durch die Ranchwoche einen wunderbaren Einstieg in das australische Leben ermöglicht hat. Die bislang schönste Woche meines ganzem Lebens !!! Des weiteren habe ich durch die schnelle Jobvermittlung (bereits am 3. Tag der Ranchwoche) ein Sprungbrett ins Arbeitsleben erhalten. Meine ganze Zeit in Australien hat mich selbstbewusster, offener, stärker und belastbarer gemacht. Stärke zeigen und auf eigenen Beinen stehen, durch den Sprung ins sog. „kalte Wasser“ ist nicht jedermanns Sache aber durchaus effektiv ! Und selbst wenn man am Ende nur mitnimmt, dass das eigene Zuhause doch das Schönste ist, hat sich so ein Auslandsaufenthalt schon gelohnt. Auch ich, die am liebsten nach Australien auswandern würde, kann nun ganz natürliche Dinge aus der Heimat wieder wertschätzen. Zusammengefasst habe ich mich in der Zeit verändert....positiv verändert...nun kann ich sagen, ich bin ERWACHSEN...!!!
Vielen Dank, Real Gap für die positiven Hilfestellungen ! Mit kleinen Verbesserung in den ersten Tagen, kann der Aufenthalt für zukünftige Backpacker auch von Anfang an schön werden.
Ich war wie alle anderen als Jillaroo/ Jackaroo gekleidet und somit in im australischem Outback Outfit.