Was hat Dich motiviert, eine Auszeit zu nehmen?
Vor einem Jahr habe ich mich in Afrika verliebt, als ich für 3 Monate am Arche Noah Projekt in Namibia teilgenommen habe. In dieser Zeit war ich die „Ziehmutter“ eines 3 Monate alten Löwenjungen und habe mein Herz an ihn verloren. Für mich stand fest, das nächste Projekt sollte sich auf Löwen konzentrieren.
Auf der Homepage von Real Gap fand ich dann genau das Richtige: das Löwenaufzucht und Naturschutz Projekt in Simbabwe. Im Rahmen des Programms sollen Löwen gezüchtet werden, mit dem Ziel, dass sie nach einem mehrstufigen Prozess in der freien Natur überleben können und so die Population der Löwen, die in den letzten Jahren extrem gesunken ist, wieder erhöht wird.
Wie hast Du Dich gefühlt, bevor Du das Programm begonnen hast?
Von Real Gap bekam ich hilfreiches Informationsmaterial über das Land und die Zustände dort und auch einen Einblick, was einen als Volontär auf der Farm erwartet. Trotzdem war ich sehr aufgeregt und gespannt, was ich tatsächlich dort erleben werde.
Hat Dir das Programm gefallen - haben Dein Programm Deinen Erwartungen entsprochen?
Auf der Farm angekommen, lernte ich die anderen Volontäre kennen und die Projektmanager gaben uns Neuankömmlingen gleich eine Einführung in die Arbeit mit den Löwen.
Der „Lion Walk“ ist ein Hauptbestandteil der Aufgaben auf der Farm. Zusammen mit anderen Volontären und erfahrenen Löwen-Trainern geht es dabei auf einen 1-2-stündigen Spaziergang durch den Busch, bei dem die ca. 6-18 Monate alten Löwen oftmals ihren Jagdtrieb entdecken.
Allerdings gab es auch ganz andere Zeiten, besonders in den wärmeren Tagesstunden, wollten sich die Löwen oft gar nicht von der Stelle bewegen und so haben wir dann einfach alle zusammen ein Nickerchen gemacht. Das war manchmal auch nötig, denn der Alltag auf der Farm beginnt schon um 6:15 Uhr.
Die Löwenspaziergänge waren aber natürlich nicht alles. Eingeteilt in mehrere Perioden, haben wir den Tag mit verschiedensten Aufgaben verbracht, wie z.B. mit den kleineren Löwen spielen, das Futter für die Löwen zubereiten, ihnen Spielzeug basteln, die Gehege säubern oder dabei helfen, die ausgewachsenen Löwen zu füttern. Noch dazu hat man im Laufe der Zeit einen kleinen Reitkurs bekommen und konnte an einem Training mit den Elefanten, die ebenfalls auf der Farm leben, teilnehmen und auch mal auf ihnen reiten. All diese schönen Erlebnisse führten dazu, dass man sich ganz schnell eingelebt hat und die Löwen und auch die anderen Tiere schon nach kurzer Zeit fest in sein Herz geschlossen hat. Das faszinierende an ihnen ist, dass man sie, ob sie nun schlafen, fressen oder spielen, stundenlang beobachten kann, ohne, dass es auch nur im Geringsten langweilig wird.
Welcher war der beste Moment deiner Reise? Hast du irgendwelche “stories” zu erzählen - ist dir irgendetwas Lustiges passiert?
Ein besonderes Highlight war der sogenannte „SCUD Day“ (Social Cultural Understanding Day). Wir haben diesen Tag ganz traditionell bei einem einheimischen Mitarbeitern der Farm gefeiert.
Zunächst wurde das Feuerholz gesammelt, dann das Essen gemeinsam zubereitet sowie selbstgebrautes Bier getrunken und wir alle tanzten, trommelten und sangen noch bis zur Dämmerung.
Als wäre das alles noch nicht aufregend genug gewesen, gab es zum krönenden Abschluss des Aufenthalts noch einen 6-tägigen Ausflug zu den Victoria Falls, mit Zwischenstopps in Granite Ridge, wo man wilde Nashörner aus nur einigen Metern Entfernung beobachten konnte. Außerdem haben wir noch einen Tag im Hwange Nationalpark verbracht. Dort wurden wir Zeugen, als eine Herde Elefanten, ein paar Giraffen und Impallas zum Trinken kamen, während in der Mitte des Wasserlochs Krokodile und Nashörner schliefen. Ein geräuschvolles und spannendes Spektakel! In Vic Falls angekommen, haben wir uns die Wasserfälle aus der Nähe angesehen, sind zum örtlichen Markt gegangen und haben Aktivitäten von Water Rafting bis zu Bungee Jumping unternommen. Ein durchweg gelungener Ausflug.
Was würdest Du Menschen mit auf den Weg geben, die sich überlegen, die selbe Reise zu machen?
Ich kann dieses Projekt nur weiterempfehlen. Diejenigen, die darüber nachdenken, ebenfalls daran teilzunehmen, müssen eigentlich nur viel Tierliebe und auch ein wenig Verständnis für das afrikanische Leben mitbringen. Denn da läuft es nicht immer so, wie man gewohnt ist, aber gerade das macht das Ganze erst so besonders und unvergesslich.