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Sonja Büteführ

Ecuador Volunteerprojekt mit Straßenkindern

Was hat Dich zu dieser Reise motiviert und warum hast Du Dich für Ecuador entschieden?

Es sollte kein gewöhnlicher Strandurlaub sein, sondern eine Erfahrung der besonderen Art. Zum einen wollte ich meine Spanischkenntnisse anwenden und ausweiten, zum anderen wollte ich Land und Leute kennenlernen. Ein Pauschalurlaub in einem Hotel ist wie eine Insel, die vom wahren Geschehen abschirmt. Ein Aufenthalt bei einer Gastfamilie ermöglicht hingegen den Einblick in die Realität. Man ist für die Zeit des Aufenthalts so ein bisschen eine „Ecuadoriana“. Man kann es sehr genießen. Das Voluntariat mit den Kindern war eine zusätzliche Motivation. In meinem „normalen“ Leben bin ich voll berufstätig und bin daher davon ausgegangen, das ich so etwas wohl nicht mehr machen kann. Diese Möglichkeit, ein - wenn auch nur kurzes - Voluntariat im Ausland zu machen, war eine Motivation, sich neu herauszufordern.

Hat das Programm und das Reiseziel Deinen Erwartungen entsprochen?

Ja und Nein. Man hat Erwartungen und Vorstellungen. Aber man muss es schon selber sehen und empfinden, wie es dort tatsächlich zugeht. Es ist Lateinamerika, das Synonym für Latino-Rhythmen, Latino-Tanz, alles locker, alles leicht. Bewegt man sich aber in Quito, realisiert man leider auch die Fakten, von denen man zwar gehört hat, die man aber gerne mental ausblendet: Überfälle, Diebstahl, Kriminalität. So muss man doch leider stets und überall sehr aufmerksam und vorsichtig sein.

Quito ist so eine schöne Stadt. Überall, wo man hinsieht, sind die Berge im Hintergrund. Es ist schade, dass man es nicht so unbeschwert genießen kann. Vielleicht muss man aber einfach nur mehr Zeit, als nur wenige Wochen dort verbringen. Es scheint, als ob man sich nach einigen Wochen daran gewöhnt, den Umgang mit den Gegebenheiten lernt und sich entsprechend sicherer und freier bewegen kann. So kam es mir zumindest vor, als ich mit Menschen gesprochen habe, die beispielsweise ein halbes Jahr dort verbrachten.

Hast Du Dich von dem Real Gap Team gut betreut gefühlt, sowie vor als auch während Deiner Reise?

Vor meiner Reise hat sich Sylvia sehr gut um mich gekümmert. Sie war meine ständige Ansprechpartnerin und ich weiß nicht, wie oft ich mich für ihre Unterstützung bedankt habe. Während meiner Reise war überwiegend Daniela von Lead Adventure meine Ansprechpartnern. Auch sie war sehr nett und hilfsbereit. Die Vorbereitung auf unser Voluntariat unmittelbar vor Antritt des ersten „Arbeitstags“ war sehr hilfreich.

Was war Dein persönliches Highlight der Reise? Was hat Dir besonders gefallen?

Da die Rundtour mangels Teilnehmerzahl abgesagt wurde, habe ich vor Ort in Quito beschlossen, meine freien 10 Tage auf Galápagos zu verbringen. Es war wunderschön. Galápagos ist nicht nur eine einzige Reise wert. Aufgrund der Vielzahl der Dinge, die es dort zu sehen gibt, ist ein erneuter Besuch dieses Archipels keinesfalls ausgeschlossen!!!

Wie war Deine Unterkunft und die Mahlzeiten?

Meine Unterkunft war sehr, sehr gut. Die Gastfamilie war überaus hilfsbereit, freundlich und liebenswert. Ich habe mich dort sehr wohl gefühlt. Die Mahlzeiten waren auch sehr gut, aber es gab sooo viel Reis.

Was würdest Du anderen Weltenbummlern mit auf den Weg geben, die sich überlegen, diese Reise zu machen?

Tut Euch selbst einen Gefallen und lernt Spanisch, und zwar schon vor der Reise!!! Die meisten kommen dahin und sprechen nur Englisch. Dabei hat man so viel mehr davon, wenn man mit seiner Gastfamilie (meine Gastfamilie spricht ausschließlich spanisch), den Kindern im Hort, den Taxifahrern, den Verkäufern im Supermarkt etc kommunizieren kann. Man kann ganz andere Beziehungen aufbauen, fühlt sich heimischer und kann sich viel besser integrieren. Die Menschen gehen ganz anders auf einen zu, wenn man ihre Sprache auch nur ein bisschen spricht. Ich hatte dort einen Spanischkurs besucht, damit ich lerne wie man „cambiar panales“ sagt. Dabei sprach ich schon fließend spanisch, ging aber davon aus, das mein Vokabular an den im Kinderhort angewandten Wortschatz angepasst werden sollte. Letztlich habe ich den einwöchigen Kurs genutzt, um mich mit meiner Lehrerin über Land, Leute, Einstellungen und Denkweisen der Ecuadorianer zu unterhalten bzw ihr von meinem Leben in Deutschland zu erzählen. Auch dies war natürlich sehr hilfreich.

Und noch was: Wenn Ihr einmal in Quito seid, dann solltet Ihr unbedingt einen Sprung nach Galápagos wagen. Das muss man gesehen haben, wenn man einmal so nah dran ist. Es ist ein starker Kontrast zu Quito. Quito ist eine Metropole, viel Straßenlärm, viele Menschen, viel Unruhe und Hektik. Galápagos ist dagegen ruhig, friedlich, man sieht und spürt die Natur - die Tiere, das Meer … Es ist einfach ein Paradies!!!

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