Sarah Metzke
Was hat Dich zu dieser Reise motiviert und warum hast Du Dich für Amerika entschieden?
Ich habe mich aus verschiedenen Gründen für diese Reise entschieden. Erst einmal wollte ich vor allem meine Semesterferien sinnvoll nutzen. Ein anderes Land zu besuchen ist immer interessant und voller neuer Erkenntnisse. Wenn man allerdings tatsächlich in einem anderen Land lebt und arbeitet, bietet dies noch völlig andere Eindrücke als beispielsweise ein simpler Hotelurlaub. Ich habe bereits bei einem Schüleraustausch die amerikanische Kultur kennen- und schätzen gelernt. Weiterhin bietet so ein Freiwilligenprojekt natürlich auch immer die Möglichkeit sich selbst zu beweisen, Verantwortung zu zeigen, eigenständig zu werden und vor allem eine andere Sprache zu erlernen/verbessern.
Für das Gibbonprojekt als solches habe ich mich aus meiner Liebe zu Tieren heraus entschieden. Ich wollte lange Zeit Tierärztin werden und wollte somit sehen, ob ich vielleicht nicht doch noch in diese Richtung gehen werde. Primaten an sich sind allein durch ihre nahe Verwandtschaft zum Menschen sehr faszinierende Lebewesen. Sie haben ihre eigene Körpersprache und zeigen so viel Mimik, wie wohl kaum eine andere Spezies auf der Welt. Außerdem hat mich wohl auch ein wenig der kalifornische Staat gelockt. Seine freien Tage in dieser vielfältigen Umgebung zu verbringen ist einfach klasse.
Hast Du Dich von dem Real Gap Team gut betreut gefühlt, sowie vor als auch während Deiner Reise?
Real Gap war sehr hilfreich mit Tipps vor der Abreise und hat sogar auf die klimatischen Bedingungen mehrmals hingewiesen. (Südkalifornien im Hochsommer ist nicht jedermanns Sache) Durch das Onlineprogramm fühlte man sich dauerhaft unterstützt und bei spezielleren Fragen bekam man sofort Hilfe. Die Telefonkarte, die ich erhalten habe war eine super Idee. Ich persönlich habe sie aufgrund meines Handybesitzes nicht benutzt, aber die zwei anderen Voluntäre haben ihre in reger Benutzung gehabt.
Was war Dein persönliches Highlight der Reise? Was hat Dir besonders gefallen?
Highlights waren der morgendliche Weckruf, das gemeinsame Singen der Affen und natürlich die Fütterung und Pflege der Handaufzuchten. Besonders das 8 Tage alte Gibbonbaby hat es mir angetan. Neben den ganzen Fütterungen, die immer wieder Überraschungen brachten, waren natürlich auch die freien Tage Highlights. Das Transportsystem in Santa Clarita ist super. Es gibt 2mal wöchentlich einen Bus, der einen morgens nach Santa Monica an den Strand bringt und von dort aus abends wieder nach Hause fährt. Von dort aus kann man sich Fahrräder oder Skates leihen oder einfach laufen und das bis nach Venice Beach! Zusätzlich gibt es einen Bus nach Hollywood und eine Busverbindung zum Six Flags Vergnügungspark, der nur einige Meilen entfernt ist.
Wie war Deine Unterkunft und die Mahlzeiten?
Die Unterkunft war ein Wohnwagen, nicht sehr modern oder luxuriös, aber doch recht komfortabel. Bei den Temperaturen hält man sich sowieso so wenig wie möglich dort auf. Die Betten waren sehr bequem, die Schrankfläche war trotz der riesengroßen Videosammlung darin, sehr groß. Der Trailer hatte einen eigenen Fernseher mit einem DVD/Videospieler, einen Kühlschrank und eine Mikrowelle. Alle anderen Küchenutensilien befanden sich in der Küche im Haupthaus (10 Meter Entfernung), genau wie das Bad, das immer sehr sauber war.
Die Mahlzeiten konnte man sich selber aussuchen. Mehrmals pro Woche gab es eine große Fahrt zum Supermarkt, Lebensmittel wurden bezahlt – gekocht werden musste selber. Allerdings waren wir auch einige Male abends in verschiedenen Lokalitäten speisen.
Was würdest Du anderen Weltenbummlern mit auf den Weg geben, die sich überlegen, diese Reise zu machen?
Nehmt Sonnencreme mit und seid „willing to work“. Je mehr ihr mitanpackt, desto mehr Spaß werdet ihr haben! Die Projektkoordinatoren, die im Center wohnen, sind die herzlichsten Menschen, die ich je kennengelernt habe. Ansonsten: nennt Gibbons niemals „monkeys“ (Affen), sondern „apes“ (Menschenaffen), das wird euch ziemlich schnell beigebracht. Ihr werdet nach eurer Reise perfekt recyceln können und viel über Hygiene lernen – die Desinfektionsflasche ist euer bester Freund bei den Fütterungen!
Ihr habt große Vorteile, wenn:
- -ihr zählen könnt (Obst, Gemüse…)
- -ihr Gemüse, Obst und Salat schneiden könnt
- -ihr Tiere mögt ;-)
- -ihr mit heißen Wetter gut umgehen könnt
- -ihr euch nicht vor Eidechsen, Schlangen, Spinnen u.ä. ekelt… Die sollen hier dann doch öfter mal vorkommen
- -ihr gerne Verantwortung übernehmt
- -ihr gerne an euren freien Tagen reist – es lohnt sich!
- -ihr vorher schon gelernt habt, dass Gibbons „apes“ sind und keine „monkeys“