Julia Oberhofer
Was hat Dich zu dieser Reise motiviert und warum hast Du Dich für Kenia entschieden?
Ich habe letzes Jahr mein Abitur gemacht, werde aber erst diesen Herbst mein Studium beginnen. Über einen Auslandsaufenthalt habe ich schon seit ca. 2 Jahren nachgedacht, ich wollte die Zeit zwischen Schulabschluss und Studium sinnvoll überbrücken. Da ich mir noch nicht ganz sicher war, was ich studieren will, habe ich außerdem gehofft, durch die Reise nach Kenia neue Eindrücke zu bekommen, die mir bei meiner Entscheidung helfen können. Seit Beginn meiner Überlegungen über so einen Auslandsaufenthalt wollte ich nach Afrika. Da ich einfach mal gerne eine komplett andere Kultur und einen anderen Lebensstandard kennenlernen wollte. Die Wahl viel dann auf Kenia, weil ich erstens ein Land, in dem Englisch als zweite Landessprache gesprochen wird einem französisch sprachigen Land vorgezogen habe. Das Land ist doch relativ sicher ist, es herrscht kein Bürgerkreig etc. Ein weiteres Kriterium war die geographische Lage (kein hohes Malariarisiko usw.) und natürlich die Art des Projektes (Kenia Medizin- und Sozialprojekt).

Hat das Programm und das Reiseziel Deinen Erwartungen entsprochen?
Ja, das Programm hat meinen Erwartungen entsprochen und diese teilweise sogar übertroffen. Das Reiseziel war ebenfalls überzeugend, lediglich unsere Unterkunft hatte ich mich etwas anders vorgestellt. Nach ca. einem Tag war ich aber auch mit unseren Hütten und der Umgebung sehr zufrieden. Die Koordinatoren waren alle super nett und sehr unterhaltsam. Dadurch dass fast alle Koordinatoren Afrikaner aus Nairobi und Umgebung waren, hat man nochmal mehr von der Lebensweise und der Mentalität der Einheimischen mitbekommen. Dadurch dass wir an so vielen verschiedenen Orten waren(Slums, Krankenhäuser, Waisenhäuser, Schulen, Tierherbergen, Nairobi) hat man ziemlich viel afrikanische Kultur kennengelernt.
Auch mein Englisch hat sich, wie erhofft, durch die Reise sehr verbessert, da ich teilweise die einzige deutsch-sprechende dort war. Außerdem hilft einem das Programm auch selbstständiger und selbstsicherer zu werden.
Hast Du Dich von dem Real Gap Team gut betreut gefühlt, sowie vor als auch während Deiner Reise?
Ja, die Betreuung durch Real Gap war super. Fragen zur Reise wurden immer sehr schnell beantwortet und die Leute am Telefon waren auch sehr nett. Als ich eine Bescheinigung über den Aufenthalt nach der Reise brauchte, bekam ich sie innerhalb von einem Tag. An der Betreuung von Real Gap habe ich also nichts auszusetzen.

Was war Dein persönliches Highlight der Reise? Was hat Dir besonders gefallen?
Am Besten hat mir die Arbeit bei der KSPCA gefallen. Die Koordinatoren haben extra für mich nach einem Projekt im tiermedizinischen Bereich gesucht, da sie so etwas zuvor nicht im Programm hatten. Ich habe es nur bei dem Steckbrief angegeben, dass ich mich für Tiermedizin interessiere und habe auch nichts weiter erwähnt. In der zweiten Woche kamen sie dann mit diesem Projekt auf mich zu, und ich konnte da auch gleich anfangen. Dort durfte ich sogar bei Operationen assistieren und ein paar Schnitte machen. Desweiteren habe ich mich um die vielen Tiere gekümmert und habe auch noch mehr Einblick in die afrikanische Kultur bekommen, da sie mich teilweise mit in die Slums und Dörfer genommen haben, wo dann verletzte Tiere etc. gerettet wurden.
Ein weiteres Highlight für mich war unsere Reise nach Uganda, wo wir dann Bungee-Jumpen und Raften waren.

Wie war Deine Unterkunft und die Mahlzeiten?
Die Unterkunft hatte ich mir etwas anders vorgestellt, nach anfänglichen Zweifeln war ich aber schnell umgestimmt. Das Gelände, auf dem unsere Hütten waren, war komplett umzäunt und bewacht, sodass man sich immer sicher gefühlt hat und auch mal in der schönen Umgebung (z.B. bei den Teefeldern) joggen gehen konnte. Die Anlage war sehr schön und idyllisch, es gab sogar eine Schule, ein Restaurant, ein kleines Fitnessstudio und einen Tennisplatz. An den Wochenenden „pilgerten“ oft viele Schwarze und Weiße zum „Brackenhurst Confidential Centre“ und es wurden Gottesdienste gehalten und viel gesungen, was sehr interessant war.

Wir hatten einen „privaten“ Koch, der jeden Tag für uns Abendessen und Mittagessen gekocht hat bzw. die Lunchpakete vorbereitet hat. Das Essen war immer sehr lecker und reichlich. Ich hätte mir persönlich mehr einheimische Kost gewünscht, meistens war das Essen eher westlich orientiert. Trotzdem war es immer gut. Ein weiterer Volunteer und ich sind Vegetarier, wir bekamen immer eine vegetarische Alternative. Auch wenn man zwischendurch Hunger hatte, gab es immer genug zu essen. Besonders lecker waren die Früchte, die immer vor Ort gekauft wurden.
Auch der Hausservice war perfekt, es wurde oft geputzt und die Wäsche wurde meistens innerhalb von einem Tag gewaschen.
Was würdest Du anderen Weltenbummlern mit auf den Weg geben, die sich überlegen, diese Reise zu machen?
Ich kann jedem empfehlen eine solche Reise zu machen. Es ist unglaublich, wie viele neue Eindrücke man gewinnt, und es ist außerdem sehr faszinierend und inspirierend eine neue Kultur zu entdecken. Gerade, wenn man vor einer Entscheidung steht, was man studieren möchte, ist es meiner Meinung nach eine gute Hilfe.
Man lernt soviele neue Leute kennen, nicht nur aus Afrika. Solang man offen ist, kann man von dieser Reise nur profitieren. Und ganz wichtig: viele Bilder machen
