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Antje Hagel

Antje Hagel, 30
Volunteer Programm Rajasthan, Indien

Oktober - Dezember 2005

 

 

Was hat Dich motiviert, eine Auszeit zu nehmen?
Es ist mal wieder Montag und eine neue Arbeitswoche hat begonnen. Ich sitze an meinem Schreibtisch und mir ist klar, dass da noch mehr zum Leben ist. Reisen liebe ich - die Welt kennen lernen! Und außerdem war da schon immer der Gedanke, dass ich Menschen helfen will, denen es nicht so gut geht wie mir.
Bis zum Mittag habe ich schon mit meinen Chef gesprochen, ob es denn ok wäre eine Auszeit zu nehmen und in der Mittagspause schaue ich im Internet nach diversen Anbietern.
Indien war ganz oben auf meiner Liste, da es eines der ärmsten Länder der Welt ist, Kinder mag ich sehr…und außerdem liebe ich Yoga. Das 8-wöchige Rajasthan Programm hörte sich prima an, sehr herausfordernd, aber vor allem auch sehr lohnend.

Wie hast Du Dich gefühlt, bevor Du das Programm begonnen hast?
Ein bisschen nervös war ich schon vor der Abreise, aber im Großen und Ganzen hab' ich mich einfach nur riesig auf das bevorstehende Erlebnis gefreut.

Wie hat Dir Real Gap geholfen? Haben wir Deine Erwartungen erfüllt?
Wenn ich mir wegen irgendetwas nicht sicher war, habe ich Real Gap angerufen. Schon bevor ich mich für einen Anbieter entschieden hatte, stand ich in regem Email Kontakt mit Real Gap's Indien-Programm Managerin, die bereitwillig und ausführlich all meine Fragen beantwortet hat. Ich erhielt sogar eine Liste, in der genau beschrieben war, was für die Reise gepackt werden muss.

Wie war die Unterkunft?
Eins muss einem schon vorab klar sein: wenn man in einem unterpriviligierten Teil eines Landes helfen will, kann man keine 5-Sterne Unterkunft erwarten. Das war wohl auch von Anfang an meine größte Sorge und meinen eigenen Schlafsack hatte ich auf jeden Fall eingepackt. Jedoch waren die von Real Gap ausgesuchten Unterküenfte sauber und sicher. Unsere “Schlammhütte” in Shiv wurde jedenfalls mein drittes Zuhause (nach Deutschland und Wales, wo ich jetzt wohne). Nach unseren Wochenendausflügen war es immer wieder schön zurück zu unserem idyllischem Camp zu kommen!
Jederzeit wurden wir herzlichst von den Mitarbeitern empfangen und das Essen war einfach immer total lecker!

Hat Dir das Programm gefallen - haben Dein Programm und das Reiseziel Deinen Erwartungen entsprochen?
Während der Woche habe ich zusammen mit einer anderen Helferin in der Kindertagesstätte in Shiv gearbeitet. Es war wirklich harte Arbeit. Es war heiß und manchmal sehr schwierig mitanzusehen, wie schlecht es manchen Kindern auf dieser Welt geht. Um so schöner waren jedoch die Momente, in denen die Kinder gelacht haben und Momente, in denen man gesehen hat, dass sie wieder etwas dazugelernt haben.

Welcher war der beste Moment Deiner Reise? Hast Du irgendwelche “stories” zu erzählen - ist Dir irgendetwas Lustiges passiert?
Einer meiner besten Momente war als eines der kleinen Mädchen - Manju, welche am Anfang nicht einmal wusste, wie sie einen Stift halten muss, nach fünf Wochen endlich einen Stift in die Hand nahm und mit einem großen Lächeln auf dem Gesicht nicht mehr aufhörte zu malen.
Der Abschied von den Kindern ist mir schwer gefallen. Noch heute habe ich Fotos auf meinem Schreibtisch im Büro stehen, die mich an meine Arbeit mit den Kindern erinnern, wenn hier mal etwas nicht ganz nach Plan läuft.

Was hast Du durch die Erfahrung in Deinem Programm erreicht?
Indien ist ein atemberaubendes Land - wunderschön, aber doch mit so viel Armut!
Nie werde ich die hupenden Lastwagen, die kalten Duschen und die Stromausfälle vergessen. Nie werde ich das Camp in Shiv, Jaisalmer und Amber Festungen, die Tigersafari, den Ausblick in Udaipur, Pushkar, das Essen und die leckeren Lassis, vor allem aber die Kinder und meine Reisegruppe vergessen. Ich habe viele gute Freunde aus der ganzen Welt kennen gelernt, mit denen ich immer noch in Kontakt stehe. Meine Erlebnisse - gute und schlechte - haben einen tiefen Eindruck hinterlassen und sind jetzt Teil von mir. Ich habe eine andere Kultur kennen gelernt, habe aber auch gelernt zu schätzen, wie gut es uns doch geht.

  

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